Nachtkerzenöl

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) ist eine unscheinbare Pflanze, die häufig auf Wegrändern, Böschungen und Flussufern, auf Geröllhalden und an Bahngleisen gedeiht Zu uns kam sie wahrscheinlich als blinder Passagier mit Handelsschiffen aus Amerika. Die Schiffe benötigen Ballast für die lange Reise über den Atlantik, wozu sie mit Kies oder Erde beschwert wurden. In Europa angelangt, kippte man den Ballast in den Häfen ab – und mit ihm Samen der Nachtkerze. Ihren Namen verdankt die Nachtkerze der Tatsache, dass sie ihre Blüten erst abends öffnet, um mit ihrem Duft Nachtfalter zur Bestäubung anzulocken.

Aus den winzigen Samen kontrolliert biologisch angebauter Nachtkerzen wird das begehrte Nachtkerzenöl mühlenfrisch kalt gepresst.

Es wird pur genossen oder kann zum Beispiel in grüne Smoothies, Dips etc. eingerührt werden. Bitte nicht über 90°C erhitzen, da sonst die wertvollen Bestandteile zerstört werden. Es wird auch zur Pflege extrem trockener und sensibler Haut verwendet, zum Beispiel in Cremes eingerührt

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Nachtkerzensamen. Sie enthalten reichlich Öl, das sich unter anderem aus gamma-Linolensäure und Linolsäure zusammensetzt. Beide gehören zu den mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren.
Der Körper kann Omega-6-Fettsäuren – sie zählen, zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren – nicht selbst bilden. Vielmehr müssen sie mit dem Essen zugeführt werden. Omega-6-Fette baut der Organismus dann unter anderem in die Haut ein. Dort stärken sie vermutlich die Barrierefunktion und verringern Feuchtigkeitsverluste.

Oftmals befürworten es Ärzte, Cremes mit Nachtkerzenöl – zusätzlich zur Standardtherapie – auf die Haut aufzutragen. Denn der hohe Fettgehalt kann die sensible trockene Haut beruhigen.

Bei einem Teil der Menschen, die an Neurodermitis leiden, liegt möglicherweise ein Mangel an einem speziellen Enzym vor, welches die Omega-6-Fettsäuren im Körper umwandelt. Dieser Defekt könnte unter anderem die Beschwerden einer atypischen Dermatitis, wie die Neurodermitis auch genannt wird, mit hervorrufen – etwa trockene, juckende und schuppige Haut. Nachtkerzenöl soll diese Symptome lindern.

Schmerzen sind immer ein Warnsignal des Körpers. Sie sollten nicht bloß die Symptome wegtherapieren sondern auf Ursachenforschung gehen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers ernst, spätestens wenn sie länger als ein paar Tage andauern, und besuchen Sie einen Heilpraktiker oder Arzt Ihres Vertrauens um der Ursache auf den Grund zu gehen.

*******

Alternativ zur Körperbutter habe ich mal eine Körpermilch mit Nachtkerzenöl für empfindliche gereizte und trockene Haut gemacht. Rezept
7 g Nachtkerzenöl
3 g Jojobaöl
6 g Kokosöl
3 g Mango oder Sheabutter
3,6 g Glycerinstearat SE oder 3% Emulsan
71 g dest. Wasser
Die Öle mit dem Emulgator auf 70°C erwärmen. Wasser in einem separaten Glas ebenfalls im gleichen Wasserbad auf die gleiche Temperatur erwärmen und zusammenschütten, sobald die Temperatur erreicht ist. Sofort mit dem Milchaufschäumer kalt rühren. Ich liebe die frische von Zitrone, weshalb ich noch ein paar Tropfen äth. Zitronengrasöl dazu gegeben habe.